Konfirmanden-Unterricht - Ein erste Eindruck – ein Interview PDF Drucken E-Mail
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Konfis 2012: Interview von Maja Rothardt mit Larissa, Timo, Johannes, Paula und Karen

Eure Konfirmandenzeit geht nun langsam dem Ende entgegen und ihr habt euch für die Konfirmation entschieden. Um zu erfahren, wie es euch in dieser Zeit ergangen ist und was sie euch gebracht hat, möchte ich mit euch ein Interview führen.

Ihr seid die Konfirmanden, die in der 4. Klasse ein Jahr Frühkonfirmandenunterricht innerhalb einer Familie hatten und nun noch ein knappes Jahr Oberkonfirmandenzeit absolviert haben.

Könnt ihr euch noch erinnern, was ihr im „Frühkonfer“ durchgenommen bzw. gebastelt oder erlebt habt?

Larissa: Ja, wir haben eine Tischdecke bemalt, eine Kerze mit Wachs verziert, das Deckblatt der Hefter selbst gestaltet, gemalt, in der Bibel gelesen und am Ende immer das Vaterunser gesprochen.

Timo: Wir haben eine Kerze und eine Tischdecke gemacht. Im Herbst waren wir auf einem Bauernhof und haben Apfelsaft gepresst und selbst Brot gebacken.

Johannes: Wir haben auch noch ein Plakat vom ganzen Kirchenjahr mit verschiedenen Bildern gebastelt.

Karen: Wir hatten viel Spaß dabei, viel fand außerhalb des Hauses statt, z.B. auf dem Bauernhof. Das fanden alle toll.

Paula: In den Gruppen haben wir eine Kerze gebastelt, die jedes Mal während der Stunde brannte. Auf einer Tischdecke wurde gemalt. Besonders blieben die Ausflüge in Erinnerung. Einmal waren wir abends in Solitüde und ließen kleine Boote mit einem Teelicht ins Wasser.

 

Was habt ihr im Gegensatz dazu im letzten Halbjahr erfahren oder für euch mitgenommen?

Larissa: In jeder Stunde gab es verschiedene Hauptthemen wie z.B. Jesus, Abendmahl, Planung der „Konferfahrt“ oder der Konfirmation, über die gesprochen wurde.

Johannes: Wir haben uns die Kirche angesehen und geguckt, wie sie früher aussah, welche Bilder dort hingen. Wir haben gelernt, wie man Texte und Geschichten in der Bibel findet.

Karen: Manchmal werden Bilder auf den Boden gelegt: z.B. wie wir uns Jesus vorstellen. Jeder nimmt dann ein Bild und beschreibt es.

Timo: Am Anfang der Stunde werden immer ein Stein und eine Feder herumgegeben und jeder erzählt der Reihe nach, was er in der letzten Zeit gut (Feder) und schlecht (Stein) fand.

Paula: Die „Konferfahrt“ nach Föhr war der Hammer. Perfekt gestaltet mit Unterricht und mit Freizeit. Beim „Konfer“ sitzen wir in der Runde und machen zu Beginn „Stein und Feder“, jeder sagt, was ihm in der letzten Zeit gefallen hat und was nicht. Und eine Kirchenrallye fand auch statt.

 

Macht es aus eurer Sicht Sinn, den Unterricht so aufzuteilen, d.h. in der 4. Klasse schon mal einen Einblick in das, was im Kirchenjahr vor sich geht zu gewinnen und das Ganze dann in der 8. Klasse zu vertiefen?

Larissa: Ja, ich fand es schön, dass ich es in der 4. Klasse gemacht habe, da wir in der Schule eine Lehrerin hatten, die HSU und Religion unterrichtete und wir bei ihr nicht so viel Religion hatten.

Timo: Ja. Man kann sonst auch danach aufhören, falls es einem nicht gefallen hat.

Johannes: Ja, man hat nicht so viel Unterricht auf einmal und kann schon mal in das Thema hinein schnuppern.

 

Wenn ihr jetzt nochmal die Wahl hättet, würdet ihr lieber den 2- jährigen, herkömmlichen Konfirmationsunterricht wählen? Oder war die Aufteilung eurer Meinung nach sinnvoll?

Larissa: Ich würde es wieder so machen, in der 4. Klasse Frühkonfirmandenunterricht und in der 8. Klasse den „Oberkonfer“.

Johannes + Timo: Ja, wir würden es wieder so machen.

Karen: Lieber mit Frühkonfirmandenunterricht. Es war zwar eine lange Zeit dazwischen, sodass man einiges vergisst. Der Nachteil ist, dass wir jetzt im Oberkonfirmandenunterricht nicht so viel schaffen, da wir nicht so viele Stunden haben.

 

Habt ihr eine gute Atmosphäre im „Konfer“, gibt es Streitpunkte, sind die meisten von euch am Thema interessiert oder wird der Unterricht eher als Pflichtprogramm empfunden?

Larissa: Ich finde, dass es eine gute Atmosphäre ist. Es langweilt sich eher keiner, es ist für alle ganz schön.

Johannes: Es ist eigentlich gut, die Zeit geht immer schnell herum. Es wird viel geredet, wir sitzen in einer Runde und jeder sagt mal etwas.

Timo: Manchmal ist es auch etwas laut.

Karen: Manche reden zwischendurch.

Paula: Insgesamt läuft alles gut.

 

Was lernt man heute als Konfirmand/in? (Früher lernte man z. B. die 10 Gebote mit Erklärung, das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser, las Bibeltexte, beschäftigte sich mit der Liturgie)

Larissa: Man lernt freier und spricht locker über die verschiedenen Themen.

Johannes: Wir lesen immer einen Text aus der Bibel und gucken, was damit gemeint ist. Wir lernen, wie wir uns in der Bibel zurechtfinden. Am Ende der Stunde sagen wir das „Vaterunser“.

Timo: Und bekommen den Segen. Es werden oft verschiedene Bilder (beim letzten Mal Jesus) in die Mitte gelegt, jeder sucht sich eins aus und man sagt etwas zu seinem Bild.

Karen: Das „Vaterunser“ konnten wir schon im Frühkonfirmandenunterricht, das Glaubensbekenntnis müssen wir noch lernen. Pastor Stadtland sagte, dass es peinlich sei, wenn man es bei der Konfirmation nicht mitsprechen kann.

Paula: Wir lernten noch die Fakten über Jesus, wo er gelebt hat, welche Jünger es gab. Ein anderes Thema war das Abendmahl.

 

Alle „Konfis“ haben eine Bibel angeschafft. Findet ihr es gut, jetzt eine eigene Bibel zu besitzen?

Larissa: Ich hatte schon vorher eine Bibel und fand es praktisch, dass man etwas nachschlagen kann.

Johannes: Eigentlich schon, da es eine ganz normale Bibel ist und keine Kinderbibel.

Timo: Ja, man kann sie sein Leben lang behalten.

Paula: Ich werde sie nicht komplett lesen, aber es kann nicht schaden, eine Bibel zu besitzen.

Karen: Wir haben zu Hause eine alte Bibel, die schon etwas auseinanderfällt, wenn man sie aufschlägt. Deshalb ist es gut eine neue, eigene Bibel zu haben.

 

Habt ihr das Gefühl, dass euch das Gelernte bzw. Erfahrene jetzt oder in der Zukunft irgendwann helfen könnte?

Larissa: Ich denke schon, denn wenn man vielleicht einen Beruf wählt, der mit Kirche zu tun hat, hilft es einem weiter, wenn man schon einiges weiß und auch Geschichten aus der Bibel kennt.

Timo: Es hilft uns dabei, konfirmiert zu werden.

Johannes: Es ist ja auch Allgemeinwissen dabei, was man später noch gebrauchen kann.

Karen: Im Alltag eher nicht.

Paula: Es kann nicht schaden, Bescheid zu wissen.

 

Habt ihr „Lieblingslieder“, die ihr gerne gesungen habt? Vielleicht seid ihr auf dem Pastoratsgarten-Open-Air-Konzert im September 2011 gewesen?

Larissa: Ja, auf Föhr haben wir immer „Aufsteh´n, aufeinander zugehen“ gesungen. Es war gut zu singen und man konnte sich den Text schnell merken.

Johannes: Nein.

Timo: Ja, „Laudato Si“.

Karen: Ja, „Aufsteh´n, aufeinander zugehen“ und „Irische Segenswünsche“ mag ich auch sehr gerne.

Paula: Mir gefällt gut: „Das Brot, das wir teilen“.

 

Elfmal sollte von euch der Gottesdienst besucht werden. Habt ihr Lust bekommen, auch noch nach der Konfirmation gelegentlich zu den Gottesdiensten oder aber auch Gemeindefesten, Konzerten oder anderen Aktionen der Kirchengemeinde Adelby zu kommen?

Larissa: Ich denke ja, ich würde es schon machen.

Johannes: Ja, zu den kirchlichen Festen gehen wir sowieso immer mit der Familie in den Gottesdienst.

Timo: Ja, zu besonderen Anlässen.

Karen: Wir haben uns in einer kleinen Gruppe, unserem „Föhrzimmer“, vorgenommen, nach der Konfirmation zum Gottesdienst zu kommen, denn Pastor Stadtland sagte, dass nach der Konfirmation meistens niemand von den Konfirmierten in den Gottesdienst kommen würde.

Paula: Wenn ich Zeit habe, komme ich gerne einmal.

 

Habt ihr jetzt, wo ihr am Ende der Konfirmandenzeit steht, eine andere Meinung zu Kirche und Gott als zu Beginn des Unterrichts? Denkt ihr anders über dieses Thema?

Larissa: Ich habe eher gelernt, wie die anderen damit (Gott/Jesus) umgehen. Bei mir hat sich nichts geändert.

Johannes: Eigentlich hat sich die Meinung nicht geändert.

Paula: Ich habe erkannt, dass man auf „Konferfahrten“ total gut Freundschaften schließen kann, ich fand es total toll.

Karen: Ich finde auch genau das, was Paula sagte.

 

Was bedeutet für euch Konfirmation?

Karen: Eintritt in die Gemeinde, die Bestätigung der Taufe, dass ich damit einverstanden bin.

Paula: Es bedeutet für mich das gleiche.

Timo: Für mich bedeutet die Konfirmation, danach richtig zur Kirche dazuzugehören.

Johannes: Wenn man konfirmiert ist, darf man alles - so wie Erwachsene, z.B. am Abendmahl teilnehmen.

Larissa: Ich wurde mit etwa 1½ Jahren getauft und deshalb ist es jetzt nochmal eine Erinnerung für mich. Und es ist ein Aufstieg ins Erwachsenwerden.

 

Warum lasst ihr euch konfirmieren?

Larissa: Weil ich gläubig bin und auch den Konfirmationsunterricht gemacht habe. Die Konfirmation ist ja sozusagen der Abschluss dazu.

Timo: Man bestätigt die Zugehörigkeit zu Gott.

Johannes: Ich schließe mich Timos Meinung an.

Karen: Es gehört für mich zum Christentum dazu.

Paula: Ich hatte es fest vor und der Konfirmandenunterricht war super.

 

Die meisten Konfirmanden waren mit auf der Föhrfahrt in den Herbstferien 2011. Wie war es dort? Hattet ihr viel Spaß? Was habt ihr in Bezug auf die bevorstehende Konfirmation gemacht? Hättet ihr eventuell Lust, eine Jugendgruppenfahrt einmal als Teamer zu begleiten?

Larissa: Es hat gut mit den Teamern geklappt und hat total Spaß gemacht. Morgens wurde der Tag geplant und nach dem Frühstück war Konfirmationsunterricht. Wir hörten Geschichten und machten ein Armband mit den „Perlen des Glaubens“. Über 3 Perlen sprachen wir besonders: die Gottes-Perle, die Ich-Perle und die Liebes-Perle. Ich würde sofort als Teamer auf eine Jugendfahrt mitfahren.

Karen: Es war richtig lustig. Ich habe Lust einmal als Teamer mitzukommen.

Paula: Die Föhrfahrt war besser als jede Klassenfahrt, nur zu kurz. Man hatte sich gerade eingelebt - schon war alles wieder vorbei. Ich hätte auch Lust, als Teamer dabei zu sein, wenn ich Zeit dafür habe.

 

Und nun die letzte Frage: Freut ihr euch schon auf Eure Konfirmation (1. Kirche / 2. Feier)?

Larissa: Auf jeden Fall!!

Johannes: Jaa, ich glaube, das wird gut!

Timo: Ja, in der Kirche wird es spannend und die Feier wird gut, da man alle Verwandten, die weiter weg wohnen, wiedertrifft.

Paula: Ja, total, ich habe gerade ein Kleid bestellt.

Karen: Ja, da die Konfirmation etwas Besonderes ist, habe ich gerade ganz schöne Einladungskarten selbst gebastelt.

Paula + Karen: Wir finden es schade, wenn alles vorbei ist. Die Zeit war so kurz.

Nun bedanke ich mich ganz herzlich dafür, dass ihr euch extra Zeit für dieses Interview genommen habt, für eure gute Mitarbeit und die aufrichtigen Antworten und wünsche euch noch eine gute „Restkonferzeit“ mit Pastor Stadtland und im April 2012 eine wunderbare Konfirmation, an die ihr euch später einmal gerne erinnern werdet.