Konfirmanden-Unterricht - Ein geistliches Wort zur Konfirmation PDF Drucken E-Mail
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Ein geistliches Wort zur Konfirmation
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Liebe Gemeinde,

nun ist es bald wieder so weit. Jungs im Anzug, Mädchen mit Maiglöckchen, die Familien kommen zusammen und es duftet nach Kaffee. So mancher argwöhnt, dass viele sich nur aufgrund der üppigen Geldgeschenke konfirmieren lassen. „Heute wollen die doch nur Spaß haben. An Gott denkt da keiner.“

Dahinter steht wohl die Enttäuschung, dass nach der Konfirmation immer nur so wenige eines Jahrgangs wieder in den Kirchen auftauchen. So gehört der folgende Witz mittlerweile zum Standardrepertoire von Konfirmationspredigten: Zwei Pastoren unterhalten sich. Der erste klagt über die Taubenplage auf dem Kirchturm. „Alles habe ich schon versucht. Fenster dicht, Kammerjäger, Metallstacheln. Nichts hilft, die Tauben werden ich einfach nicht los.“ Da sagt der andere seelenruhig: „Das Problem hatten wir auch einmal. Weißt du was, ich habe die Tauben einfach konfirmiert, danach ist keine wiedergekommen.“

Die Enttäuschung ist groß. Jugendliche lassen sich konfirmieren und sind weg. Die intensive Zeit in der Gemeinde, alles ist auf einmal zu Ende. Dann war es wohl doch nur das Geld, oder?

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich nur eine kleine Minderheit allein aus finanziellen Gründen konfirmieren lässt. Bei den meisten erlebe ich intensive und tiefe Auseinandersetzungen mit dem Glauben und eine Offenheit für das kirchliche Leben. Woran liegt es dann? Konfirmanden kommen – und sie gehen auch wieder. Sie machen etwas intensiv, dann wenden sie sich etwas Neuem zu. Die Wissenschaft spricht von biographischen Projekten.

Vielleicht sind also nicht die Jugendlichen falsch, sondern unsere Erwartungen. Wie selbstverständlich gehen wir davon aus, dass alles immer wachsen muss. Größer, schneller, weiter. Woher kommt dieser Wahn? Hat nicht alles seine Zeit? Wer Konfirmanden aufnimmt, der muss sie auch wieder gehen lassen. Etwas Neues kommt auf sie zu. Sie sind gestärkt mit Gottes Segen. Als Kirche sind wir Herberge auf Zeit, einladend und offen. Menschen dürfen kommen und auch wieder gehen. Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir (Hebräer 13,14).

Ein falscher Erwartungsdruck führt zu Enttäuschung und schlechtem Gewissen. Beides ist nicht hilfreich, wenn man die Schritte einmal zurück zur Kirchentür lenken möchte. So gratuliere ich allen unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden herzlich.

Geht! Geht mit Gottes Segen! Die Türen für Euch sind immer offen. Natürlich freuen wir uns, wenn Ihr wiederkommt oder sogar gleich dableibt. Jugendarbeit gibt es ja.

Ihr Pastor Thielko Stadtland