Konfirmanden-Unterricht PDF Drucken E-Mail
Beitragsseiten
Konfirmanden-Unterricht
Frühkonfirmanden-Unterricht
Interview mit Frühkonfis (2014)
Klassischer Konfirmandenunterricht
Konfis erzählen vom kl. Konfer
Oberkonfirmandenunterricht
Ein erste Eindruck – ein Interview
Aus einer Konfirmationspredigt
Ein geistliches Wort zur Konfirmation
Alle Seiten

Hier gibt es das Anmeldeformular als PDF-Datei zum Ausdrucken.

 

Die Landschaft in der Konfirmandenarbeit hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Sie werden in den Gemeinden vielfältig gestrickte Angebote finden. Die Ordnung (Hier: Lesen Sie die Ordnung Nordelbiens für die Konfirmandenunterricht) Nordelbiens sieht 60 Zeitstunden Unterricht vor und lässt ansonsten viele Freiheiten.

Die folgenden Texte sollen helfen, einen ersten Eindruck über den Konfirmandenunterricht in Adelby zu bekommen. Fragen Sie gerne nach, wenn nicht alles klar wird.

Sie sind herzlich eingeladen, Ihre Kinder/Jugendlichen zum Konfirmanden-Unterricht in Adelby anzumelden. Vielleicht erscheint Ihnen aber auch ein anderes Modell einer anderen Gemeinde attraktiver. Grundsätzlich gibt es die Vereinbarung unter den Ostufergemeinden in Flensburg, eine Fluktuation zuzulassen.

Fragen Sie dann bitte rechtzeitig in den jeweiligen Gemeinden nach, ob es dort Platz für Ihr Kind gibt, damit Sie nicht am Ende die Termine verpassen und zwischen den Stühlen landen.


 

In der Kirchengemeinde Adelby gibt es seit vielen Jahren das Modell des Frühkonfirmanden-Unterrichts. Hier wird die Konfirmandenzeit in zwei Jahresblöcke aufgeteilt. Der erste Block findet in der Regel im Alter von 9-10 Jahren (4. Klasse) statt, der zweite Block bis zur Konfirmation folgt dann in der Regel im Alter von 13-14 Jahren (8. Klasse).

Lange Jahre haben Eltern ihre Kinder in Gruppen selbst zu Hause unterrichtet, unterstützt durch ein regelmäßiges Vorbereitungstreffen mit dem Pastor. Aus organisatorischen Gründen haben wir dies ab 2009 geändert. Das Frühkonfirmanden-Modell sieht zur Zeit einmal im Monat Unterrichtsblöcke an Samstagen von 10-13.30 Uhr im Gemeindehaus vor. Hier sind Eltern und auch Jugendliche, die schon konfirmiert sind, herzlich im Team willkommen.

Parallel zum Frühkonfirmanden-Unterricht gibt es in der Gemeinde viele Angebote: Kinderkirche und Kinderchor schaffen eine gute Vernetzung und eine intensive Zeit. In Familiengottesdiensten werden alle eingebunden. Alle, die sich interessieren, können teilnehmen. Eine Taufe kann nachgeholt werden.

Der Charme des Frühkonfirmanden-Unterrichts liegt in der besonderen Aufnahmefähigkeit in diesem Alter. Das Interesse an religiösen Themen ist häufig sehr wach. Die kritische, häufig auch konfrontativ-ablehnende Haltung, die so typisch für die Pubertät in der Jugendzeit ist, kommt nur selten vor und somit bleibt der Zugang zum eigenen religiösen Erleben offen.

Inhalte sind dem „klassischen“ Konfirmandenunterricht sehr ähnlich (s.u.). Themenauswahl und Ausformung sind natürlich altersgerecht angepasst.

Interview mit Frühkonfirmandinnen, P. Stadtland

Was ist eigentlich Frühkonfirmandenunterricht?
Zuva: Frühkonfer ist biblischer Unterricht. Christina: Da sprechen wir über Gottes Wort und Jesus. Nina: Es geht darum den Frieden zu lernen. Friderike: Das ist eine Einführung in die Kirche, mit Gott, Jesus und den Geschichten. Zuva: Obwohl es mit Kirche ist, ist es Spiel, Spaß und viel Gesang.

Was hat euch besonders Spaß gemacht?
Nele: Der Ausflug zum Dom und zum Bibelzentrum. Jette: Die Kirchenerkundung war toll. Nina: Die Föhrfahrt und die Gebete. Christina: Bei den Glocken im Dom zu sein. Friderike: Es ist nicht langweilig, sondern macht Freude. Zuva: Und das Beste ist das Essen. Jette: Wir erleben viel Gemeinschaft und lernen neue Freunde kennen. Zum Schluss von allen: Und Frühkonfer bedeutet nicht Früh-Aufsteh-Konfer.

Gab es etwas, dass keinen Spaß gemacht hat?
Jette: Die Wendeltreppe im Dom war mir zu steil. Nina: Der Film war mir zu gruselig, aber dafür machen wir ja das Interview. Jette & Nina: Schade, dass immer einige gefehlt haben.

Und was nehmt ihr vom Frühkonfer mit?
Zuva: Es wird klar, wie gut es ist, in einer Gemeinschaft zu sein. Nina: Ich habe viel über Gott und Jesus gelernt. Friderike: Es hat viel Spaß gemacht, etwas mit anderen Kindern zu machen.

Und wer hat wieder Lust auf Föhr?
Alle

Zum Schluss fragt Friderike Limberg P. Stadtland:
Macht dir Frühkonfer Spaß mit uns?
Eigentlich macht mir Frühkonfer immer Spaß

Friderike: Aha, was heißt hier eigentlich?
Manchmal ist mir die große Gruppe ein bisschen wuselig. Aber es ist immer toll, in so viele fröhliche Gesichter zu sehen und zu erleben, wie Kinder offen sind für ihren Glauben.


 

In 2009 hat eine starke Nachfrage zur Errichtung einer "klassischen" Konfirmandengruppe geführt. Eine solche zweijährige Gruppe für Jugendliche, die nicht im Frühkonfer waren, soll nun wieder regelmäßig angeboten werden.

Worum geht es beim Konfer?

Zunächst einmal geht es um den eigenen Glauben der Jugendlichen. Die Gruppe soll Zeit und Raum haben, über eigene Fragen und Themen ins Gespräch zu kommen. Die Vermittlung von Grunderfahrungen mit dem Gottesdienst, dem christlichen Glauben, der Bibel und unserer Gemeinde liegt uns dabei am Herzen. Dabei ist klar, dass Freude und Spaß an den Dingen immer im Vordergrund stehen sollen.

Anmeldung zur Konfirmandenzeit

Jeweils nach den Sommerferien beginnen die neuen Gruppen. Normalerweise besuchen Jugendliche in der 7. und 8. Klasse den Konfer, also von 12-14 Jahren. Wer schon ein wenig älter ist, kann sich in der Regel auch anmelden. Fragen Sie einfach nach, wenn Sie unsicher sind.

Wer kann teilnehmen?

Anmelden können sich alle Jugendlichen, die Interesse am christlichen Glauben und unserer Kirche haben. Eine Taufe kann in der Konfirmandenzeit nachgeholt werden. Anmelden kann man sich im Gemeindebüro, möglichst gleich mit einer Kopie der Taufurkunde.

Was ist geplant?

Geplant sind in der Regel 1 ½ Stunden Konfirmandenkurs im 14-tägigen Rhythmus bis zur Konfirmation. In den Schulferien pausiert die Gruppe. Voraussichtlich wird es ein bis zwei Wochenendfahrten geben.

Gleichzeitig gibt es immer wieder Angebote für die Konfirmandengruppen in unserer Kirchengemeinde und in der Region. Hier ist unsere Regionaljugendwartin, Kerstin Schroer, anzusprechen.

Die Anmeldung zum Konfirmandenkurs ist natürlich vollkommen freiwillig. Von den Konfirmandinnen und Konfirmanden wird dann aber eine regelmäßige Teilnahme an allen Unternehmungen der Konfirmandengruppe erwartet. Ein Termin für einen Elternabend liegt in der Regel in der Anfangszeit der Gruppe.

Was ist das Ziel?

Ziel und Ende des Kurses ist die Konfirmation nach Ostern, im April/Mai, nach 1 ¾ Jahren.


Konfirmanden-Unterricht in Adelby - ein Erfahrungsbericht (2015)

 

Hallo, wir sind drei Konfirmanden aus der Gruppe von Pastorin Anja Stadtland. Wir wollen euch etwas über den Konfirmanden Unterricht in Adelby erzählen. Könnten das vielleicht Fragen sein, die ihr zum Konfer habt? So würden wir sie nach nun fast zwei Jahren Konfer-Zeit beantworten.

 

Wie fängt man den Konfirmanden- Unterricht an?

Üblicherweise fängt man mit Beginn des siebten Schuljahres mit dem Unterricht an. In unserer Gruppe sind jedoch auch Jugendliche die älter oder jünger sind. Man kann aber auch das Angebot des Frühkonfirmanden-Unterricht wahrnehmen. Dieser beginnt bereits in der vierten Klasse. In dieser Zeit wird das erste Jahr absolviert, das zweite wird in der achten Klasse vollendet.

 

Was macht man genau im Konfer?

Man lernt etwas über Gott, Jesus und die Kirche im allgemeinen. Man macht dafür auch viele, spannende Ausflüge. Wir waren in Schleswig im Bibelzentrum und im Kloster. Und wir haben uns mit einem Bestatter getroffen, der uns etwas über seine Arbeit erzählt hat. Außerdem kann man in den Stunden viel durch lustige Spiele lernen. Man redet aber nicht nur über den Glauben. Wir haben auch über Dinge geredet, die uns zuerst nicht im Zusammenhang mit Gott eingefallen wären; z.B. darüber, ob das Essen von Fleisch etwas mit dem Gebot „Du sollst nicht töten!“ zu tun hat. Erst im Laufe des Themas ist uns aufgefallen wie viel solche Dinge mit Gott zu tun haben.

 

Lernt man im Konfer auch neue Freunde kennen?

Ja, wir haben während unseres Unterrichtes viele Freunde kennen gelernt. Es sind immerhin zwei Jahre, die wir miteinander verbracht haben. Aber vor allem während der Konferfahrt haben wir uns sehr gut kennen gelernt.

 

Was ist eigentlich diese Konferfahrt?

Die Konferfahrt findet jedes Jahr in den Herbstferien statt. Wir fahren auf die Insel Föhr. Die Fahrt war für uns ein sehr großes Highlight in unserer Konfirmanden-Zeit. Dort haben wir uns alle sehr gut kennengelernt, haben thematisch gearbeitet, Freizeit zusammen verbracht und dabei auch aus anderen Konfer-Gruppen Freunde kennengelernt.

 

Muss man, um Konfer zu machen, getauft sein?

Am Anfang des Unterrichts muss man nicht getauft sein. Um dann am Ende wirklich konfirmiert zu werden, muss man getauft sein. Meistens finden die Taufen an Ostern statt, aber auch andere Termine sind möglich.

 

Wir wünschen Euch viel Spaß in Eurer Konfer-Zeit! Tom Joris Dreyer, Luke Exner und Frederic Böhm


 

Die Inhalte im Oberkonfirmandenjahr sind ganz ähnlich wie im „klassischen“ Konfer (s.o.). Nur die Organisationsform ist kompakter: Für ein ¾ Jahr sind in der Regel 1 ½ Stunden Konfirmandenkurs im 14-tägigen Rhythmus bis zur Konfirmation geplant. In den Schulferien pausiert die Gruppe. Voraussichtlich wird es eine Wochenendfahrt geben.


 

 

Konfis 2012: Interview von Maja Rothardt mit Larissa, Timo, Johannes, Paula und Karen

Eure Konfirmandenzeit geht nun langsam dem Ende entgegen und ihr habt euch für die Konfirmation entschieden. Um zu erfahren, wie es euch in dieser Zeit ergangen ist und was sie euch gebracht hat, möchte ich mit euch ein Interview führen.

Ihr seid die Konfirmanden, die in der 4. Klasse ein Jahr Frühkonfirmandenunterricht innerhalb einer Familie hatten und nun noch ein knappes Jahr Oberkonfirmandenzeit absolviert haben.

Könnt ihr euch noch erinnern, was ihr im „Frühkonfer“ durchgenommen bzw. gebastelt oder erlebt habt?

Larissa: Ja, wir haben eine Tischdecke bemalt, eine Kerze mit Wachs verziert, das Deckblatt der Hefter selbst gestaltet, gemalt, in der Bibel gelesen und am Ende immer das Vaterunser gesprochen.

Timo: Wir haben eine Kerze und eine Tischdecke gemacht. Im Herbst waren wir auf einem Bauernhof und haben Apfelsaft gepresst und selbst Brot gebacken.

Johannes: Wir haben auch noch ein Plakat vom ganzen Kirchenjahr mit verschiedenen Bildern gebastelt.

Karen: Wir hatten viel Spaß dabei, viel fand außerhalb des Hauses statt, z.B. auf dem Bauernhof. Das fanden alle toll.

Paula: In den Gruppen haben wir eine Kerze gebastelt, die jedes Mal während der Stunde brannte. Auf einer Tischdecke wurde gemalt. Besonders blieben die Ausflüge in Erinnerung. Einmal waren wir abends in Solitüde und ließen kleine Boote mit einem Teelicht ins Wasser.

 

Was habt ihr im Gegensatz dazu im letzten Halbjahr erfahren oder für euch mitgenommen?

Larissa: In jeder Stunde gab es verschiedene Hauptthemen wie z.B. Jesus, Abendmahl, Planung der „Konferfahrt“ oder der Konfirmation, über die gesprochen wurde.

Johannes: Wir haben uns die Kirche angesehen und geguckt, wie sie früher aussah, welche Bilder dort hingen. Wir haben gelernt, wie man Texte und Geschichten in der Bibel findet.

Karen: Manchmal werden Bilder auf den Boden gelegt: z.B. wie wir uns Jesus vorstellen. Jeder nimmt dann ein Bild und beschreibt es.

Timo: Am Anfang der Stunde werden immer ein Stein und eine Feder herumgegeben und jeder erzählt der Reihe nach, was er in der letzten Zeit gut (Feder) und schlecht (Stein) fand.

Paula: Die „Konferfahrt“ nach Föhr war der Hammer. Perfekt gestaltet mit Unterricht und mit Freizeit. Beim „Konfer“ sitzen wir in der Runde und machen zu Beginn „Stein und Feder“, jeder sagt, was ihm in der letzten Zeit gefallen hat und was nicht. Und eine Kirchenrallye fand auch statt.

 

Macht es aus eurer Sicht Sinn, den Unterricht so aufzuteilen, d.h. in der 4. Klasse schon mal einen Einblick in das, was im Kirchenjahr vor sich geht zu gewinnen und das Ganze dann in der 8. Klasse zu vertiefen?

Larissa: Ja, ich fand es schön, dass ich es in der 4. Klasse gemacht habe, da wir in der Schule eine Lehrerin hatten, die HSU und Religion unterrichtete und wir bei ihr nicht so viel Religion hatten.

Timo: Ja. Man kann sonst auch danach aufhören, falls es einem nicht gefallen hat.

Johannes: Ja, man hat nicht so viel Unterricht auf einmal und kann schon mal in das Thema hinein schnuppern.

 

Wenn ihr jetzt nochmal die Wahl hättet, würdet ihr lieber den 2- jährigen, herkömmlichen Konfirmationsunterricht wählen? Oder war die Aufteilung eurer Meinung nach sinnvoll?

Larissa: Ich würde es wieder so machen, in der 4. Klasse Frühkonfirmandenunterricht und in der 8. Klasse den „Oberkonfer“.

Johannes + Timo: Ja, wir würden es wieder so machen.

Karen: Lieber mit Frühkonfirmandenunterricht. Es war zwar eine lange Zeit dazwischen, sodass man einiges vergisst. Der Nachteil ist, dass wir jetzt im Oberkonfirmandenunterricht nicht so viel schaffen, da wir nicht so viele Stunden haben.

 

Habt ihr eine gute Atmosphäre im „Konfer“, gibt es Streitpunkte, sind die meisten von euch am Thema interessiert oder wird der Unterricht eher als Pflichtprogramm empfunden?

Larissa: Ich finde, dass es eine gute Atmosphäre ist. Es langweilt sich eher keiner, es ist für alle ganz schön.

Johannes: Es ist eigentlich gut, die Zeit geht immer schnell herum. Es wird viel geredet, wir sitzen in einer Runde und jeder sagt mal etwas.

Timo: Manchmal ist es auch etwas laut.

Karen: Manche reden zwischendurch.

Paula: Insgesamt läuft alles gut.

 

Was lernt man heute als Konfirmand/in? (Früher lernte man z. B. die 10 Gebote mit Erklärung, das Glaubensbekenntnis, das Vaterunser, las Bibeltexte, beschäftigte sich mit der Liturgie)

Larissa: Man lernt freier und spricht locker über die verschiedenen Themen.

Johannes: Wir lesen immer einen Text aus der Bibel und gucken, was damit gemeint ist. Wir lernen, wie wir uns in der Bibel zurechtfinden. Am Ende der Stunde sagen wir das „Vaterunser“.

Timo: Und bekommen den Segen. Es werden oft verschiedene Bilder (beim letzten Mal Jesus) in die Mitte gelegt, jeder sucht sich eins aus und man sagt etwas zu seinem Bild.

Karen: Das „Vaterunser“ konnten wir schon im Frühkonfirmandenunterricht, das Glaubensbekenntnis müssen wir noch lernen. Pastor Stadtland sagte, dass es peinlich sei, wenn man es bei der Konfirmation nicht mitsprechen kann.

Paula: Wir lernten noch die Fakten über Jesus, wo er gelebt hat, welche Jünger es gab. Ein anderes Thema war das Abendmahl.

 

Alle „Konfis“ haben eine Bibel angeschafft. Findet ihr es gut, jetzt eine eigene Bibel zu besitzen?

Larissa: Ich hatte schon vorher eine Bibel und fand es praktisch, dass man etwas nachschlagen kann.

Johannes: Eigentlich schon, da es eine ganz normale Bibel ist und keine Kinderbibel.

Timo: Ja, man kann sie sein Leben lang behalten.

Paula: Ich werde sie nicht komplett lesen, aber es kann nicht schaden, eine Bibel zu besitzen.

Karen: Wir haben zu Hause eine alte Bibel, die schon etwas auseinanderfällt, wenn man sie aufschlägt. Deshalb ist es gut eine neue, eigene Bibel zu haben.

 

Habt ihr das Gefühl, dass euch das Gelernte bzw. Erfahrene jetzt oder in der Zukunft irgendwann helfen könnte?

Larissa: Ich denke schon, denn wenn man vielleicht einen Beruf wählt, der mit Kirche zu tun hat, hilft es einem weiter, wenn man schon einiges weiß und auch Geschichten aus der Bibel kennt.

Timo: Es hilft uns dabei, konfirmiert zu werden.

Johannes: Es ist ja auch Allgemeinwissen dabei, was man später noch gebrauchen kann.

Karen: Im Alltag eher nicht.

Paula: Es kann nicht schaden, Bescheid zu wissen.

 

Habt ihr „Lieblingslieder“, die ihr gerne gesungen habt? Vielleicht seid ihr auf dem Pastoratsgarten-Open-Air-Konzert im September 2011 gewesen?

Larissa: Ja, auf Föhr haben wir immer „Aufsteh´n, aufeinander zugehen“ gesungen. Es war gut zu singen und man konnte sich den Text schnell merken.

Johannes: Nein.

Timo: Ja, „Laudato Si“.

Karen: Ja, „Aufsteh´n, aufeinander zugehen“ und „Irische Segenswünsche“ mag ich auch sehr gerne.

Paula: Mir gefällt gut: „Das Brot, das wir teilen“.

 

Elfmal sollte von euch der Gottesdienst besucht werden. Habt ihr Lust bekommen, auch noch nach der Konfirmation gelegentlich zu den Gottesdiensten oder aber auch Gemeindefesten, Konzerten oder anderen Aktionen der Kirchengemeinde Adelby zu kommen?

Larissa: Ich denke ja, ich würde es schon machen.

Johannes: Ja, zu den kirchlichen Festen gehen wir sowieso immer mit der Familie in den Gottesdienst.

Timo: Ja, zu besonderen Anlässen.

Karen: Wir haben uns in einer kleinen Gruppe, unserem „Föhrzimmer“, vorgenommen, nach der Konfirmation zum Gottesdienst zu kommen, denn Pastor Stadtland sagte, dass nach der Konfirmation meistens niemand von den Konfirmierten in den Gottesdienst kommen würde.

Paula: Wenn ich Zeit habe, komme ich gerne einmal.

 

Habt ihr jetzt, wo ihr am Ende der Konfirmandenzeit steht, eine andere Meinung zu Kirche und Gott als zu Beginn des Unterrichts? Denkt ihr anders über dieses Thema?

Larissa: Ich habe eher gelernt, wie die anderen damit (Gott/Jesus) umgehen. Bei mir hat sich nichts geändert.

Johannes: Eigentlich hat sich die Meinung nicht geändert.

Paula: Ich habe erkannt, dass man auf „Konferfahrten“ total gut Freundschaften schließen kann, ich fand es total toll.

Karen: Ich finde auch genau das, was Paula sagte.

 

Was bedeutet für euch Konfirmation?

Karen: Eintritt in die Gemeinde, die Bestätigung der Taufe, dass ich damit einverstanden bin.

Paula: Es bedeutet für mich das gleiche.

Timo: Für mich bedeutet die Konfirmation, danach richtig zur Kirche dazuzugehören.

Johannes: Wenn man konfirmiert ist, darf man alles - so wie Erwachsene, z.B. am Abendmahl teilnehmen.

Larissa: Ich wurde mit etwa 1½ Jahren getauft und deshalb ist es jetzt nochmal eine Erinnerung für mich. Und es ist ein Aufstieg ins Erwachsenwerden.

 

Warum lasst ihr euch konfirmieren?

Larissa: Weil ich gläubig bin und auch den Konfirmationsunterricht gemacht habe. Die Konfirmation ist ja sozusagen der Abschluss dazu.

Timo: Man bestätigt die Zugehörigkeit zu Gott.

Johannes: Ich schließe mich Timos Meinung an.

Karen: Es gehört für mich zum Christentum dazu.

Paula: Ich hatte es fest vor und der Konfirmandenunterricht war super.

 

Die meisten Konfirmanden waren mit auf der Föhrfahrt in den Herbstferien 2011. Wie war es dort? Hattet ihr viel Spaß? Was habt ihr in Bezug auf die bevorstehende Konfirmation gemacht? Hättet ihr eventuell Lust, eine Jugendgruppenfahrt einmal als Teamer zu begleiten?

Larissa: Es hat gut mit den Teamern geklappt und hat total Spaß gemacht. Morgens wurde der Tag geplant und nach dem Frühstück war Konfirmationsunterricht. Wir hörten Geschichten und machten ein Armband mit den „Perlen des Glaubens“. Über 3 Perlen sprachen wir besonders: die Gottes-Perle, die Ich-Perle und die Liebes-Perle. Ich würde sofort als Teamer auf eine Jugendfahrt mitfahren.

Karen: Es war richtig lustig. Ich habe Lust einmal als Teamer mitzukommen.

Paula: Die Föhrfahrt war besser als jede Klassenfahrt, nur zu kurz. Man hatte sich gerade eingelebt - schon war alles wieder vorbei. Ich hätte auch Lust, als Teamer dabei zu sein, wenn ich Zeit dafür habe.

 

Und nun die letzte Frage: Freut ihr euch schon auf Eure Konfirmation (1. Kirche / 2. Feier)?

Larissa: Auf jeden Fall!!

Johannes: Jaa, ich glaube, das wird gut!

Timo: Ja, in der Kirche wird es spannend und die Feier wird gut, da man alle Verwandten, die weiter weg wohnen, wiedertrifft.

Paula: Ja, total, ich habe gerade ein Kleid bestellt.

Karen: Ja, da die Konfirmation etwas Besonderes ist, habe ich gerade ganz schöne Einladungskarten selbst gebastelt.

Paula + Karen: Wir finden es schade, wenn alles vorbei ist. Die Zeit war so kurz.

Nun bedanke ich mich ganz herzlich dafür, dass ihr euch extra Zeit für dieses Interview genommen habt, für eure gute Mitarbeit und die aufrichtigen Antworten und wünsche euch noch eine gute „Restkonferzeit“ mit Pastor Stadtland und im April 2012 eine wunderbare Konfirmation, an die ihr euch später einmal gerne erinnern werdet.



 

„Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde,

Zwei Jahre haben wir einen Weg gemeinsam zurückgelegt. Zwei Jahre wart ihr die Konfirmanden in der Gemeinde. Ab heute sollt ihr Konfirmierte sein.

Wir haben miteinander gesprochen, gespielt, gemalt, geknetet und gebastelt. Zweimal sind wir auf ein Wochenende gefahren. Fröhlich war es, selten streng, fast immer hattet ihr Lust etwas zu machen und so hat mir der Konfer eigentlich immer Freude gemacht.

Immer ging es um Euren Glaubens- und Lebensweg. Wir haben versucht, herauszufinden und zu erleben, wie ein Christ im Alltag leben kann, was es bedeutet, wenn man glaubt und dieses im Alltag auch eine Rolle spielt

Wir haben versucht, offen miteinander umzugehen. Jeder konnte sagen, was er fühlte und dachte – ohne Stress und Zwang, zumindest hoffe ich das.

Wenn jemand schweigen wollte, dann durfte er das. Wir haben ihn nicht gezwungen zu reden. Wir haben versucht, zusammen zu sein, ohne dass einer ausgestoßen, lächerlich gemacht oder links liegen gelassen wurde. Jeder Beitrag, jede Meinung, jede Glaubensüberzeugung zählte.

Ich hoffe, ihr habt in diesen zwei Jahren erlebt, was christliche Gemeinde bedeutet: Einer macht dem anderen Mut, engt ihn nicht ein, sondern hilft ihm, seinen eigenen Weg zu finden.

[...]

Ganz wichtig ist mir, dass alle die Erfahrung machen, dass man sich im Hause Gottes – in der Kirche – zu Hause fühlen darf. Angenommen – so wie man ist – ohne erst einmal etwas leisten zu müssen.

Auch wichtig ist mir, dass ihr euch auf eure eigene Suche macht: Was glaube ich, was will ich für mein Leben? Wer ist mein Gott?

Und natürlich sollt ihr auch etwas über Eure Religion, über das Christentum und die Kirche lernen.

[...]

Vorhin habe ich gesagt: Ganz wichtig ist mir, dass alle die Erfahrung machen, dass man sich im Hause Gottes – in der Kirche – zu Hause fühlen darf. Nun ergänze ich noch: Ich hoffe, ihr macht die Erfahrung, dass viele Türen für Euch offen stehen. Wenn ihr Rat und Unterstützung braucht oder auch wenn ihr hier aktiv Gemeinde mitgestalten wollt.

[...]“


 

Liebe Gemeinde,

nun ist es bald wieder so weit. Jungs im Anzug, Mädchen mit Maiglöckchen, die Familien kommen zusammen und es duftet nach Kaffee. So mancher argwöhnt, dass viele sich nur aufgrund der üppigen Geldgeschenke konfirmieren lassen. „Heute wollen die doch nur Spaß haben. An Gott denkt da keiner.“

Dahinter steht wohl die Enttäuschung, dass nach der Konfirmation immer nur so wenige eines Jahrgangs wieder in den Kirchen auftauchen. So gehört der folgende Witz mittlerweile zum Standardrepertoire von Konfirmationspredigten: Zwei Pastoren unterhalten sich. Der erste klagt über die Taubenplage auf dem Kirchturm. „Alles habe ich schon versucht. Fenster dicht, Kammerjäger, Metallstacheln. Nichts hilft, die Tauben werden ich einfach nicht los.“ Da sagt der andere seelenruhig: „Das Problem hatten wir auch einmal. Weißt du was, ich habe die Tauben einfach konfirmiert, danach ist keine wiedergekommen.“

Die Enttäuschung ist groß. Jugendliche lassen sich konfirmieren und sind weg. Die intensive Zeit in der Gemeinde, alles ist auf einmal zu Ende. Dann war es wohl doch nur das Geld, oder?

Ich bin fest davon überzeugt, dass sich nur eine kleine Minderheit allein aus finanziellen Gründen konfirmieren lässt. Bei den meisten erlebe ich intensive und tiefe Auseinandersetzungen mit dem Glauben und eine Offenheit für das kirchliche Leben. Woran liegt es dann? Konfirmanden kommen – und sie gehen auch wieder. Sie machen etwas intensiv, dann wenden sie sich etwas Neuem zu. Die Wissenschaft spricht von biographischen Projekten.

Vielleicht sind also nicht die Jugendlichen falsch, sondern unsere Erwartungen. Wie selbstverständlich gehen wir davon aus, dass alles immer wachsen muss. Größer, schneller, weiter. Woher kommt dieser Wahn? Hat nicht alles seine Zeit? Wer Konfirmanden aufnimmt, der muss sie auch wieder gehen lassen. Etwas Neues kommt auf sie zu. Sie sind gestärkt mit Gottes Segen. Als Kirche sind wir Herberge auf Zeit, einladend und offen. Menschen dürfen kommen und auch wieder gehen. Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir (Hebräer 13,14).

Ein falscher Erwartungsdruck führt zu Enttäuschung und schlechtem Gewissen. Beides ist nicht hilfreich, wenn man die Schritte einmal zurück zur Kirchentür lenken möchte. So gratuliere ich allen unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden herzlich.

Geht! Geht mit Gottes Segen! Die Türen für Euch sind immer offen. Natürlich freuen wir uns, wenn Ihr wiederkommt oder sogar gleich dableibt. Jugendarbeit gibt es ja.

Ihr Pastor Thielko Stadtland