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Die Gemeinde – was ist das?
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Wie stelle ich mir eine Gemeinde vor? Eine Gemeinschaft von Menschen, die sich im Glauben an Gott und Jesus Christus zusammenfinden?

Auf dem Kirchentag in Hamburg im Jahr 2013 hat einer auf diese Frage bei einer Podiumsdiskussion in etwa so geantwortet:

In Ländern, wo das Wasser rar ist, wo es keine Leitungen gibt in jedes Haus – so wie bei uns – da entsteht Gemeinschaft dort, wo die Wasserquelle ist. Eine Kirche zu bauen, eine Gemeinde zu gründen, einen Zaun um sie herum zu ziehen, das kann man machen, aber die Menschen werden sich immer dort versammeln, wo der Brunnen ist. Der Brunnen mit dem Wasser, das für die Lebendigkeit steht, das Wasser des Lebens kann man aus ihm schöpfen. Der Brunnen ist der Ort, wo sich die Menschen treffen, die dasselbe Interesse haben, nämlich ihren Durst zu stillen. Die Gemeinde Gottes sollte dort so sein. Ein Ort, wo die Bedürfnisse gestillt, die Notwendigkeiten des Lebens heraufgezogen werden können, um sie bei Tageslicht anzusehen. Dort wo die Menschen zusammenkommen, von dort aus kann Gemeinde geschehen.

Wie stelle ich mir Gemeinde vor? Da wäre viel zu sagen, denn es gibt viele Aspekte, viele Facetten von Gemeinde, die ich wichtig finde. Doch eines möchte ich herausheben. Etwas, was zu dem Bild des Brunnens passt, der die Bedürfnisse stillt, der das Zentrum der Gemeinde ausmacht.

Für mich ist die Bibel so ein Brunnen. Sie verbindet Zeit und Raum, sie hält uns heute zusammen und verbindet uns auch mit den Menschen vergangener Zeiten, sie ist tiefgründig und bringt Dinge an die Oberfläche, die nachhaltig sind, die uns beschäftigen. Sie wirft Fragen auf und gibt Antworten. Sie weist Wege aus für mich heute, und lässt mich spüren, dass die Pfade auf die ich gelenkt werde, die ich betrete, nicht neu sind. Die Bibel nährt mich und nimmt meine Energie auf. Das kann mal Ärger sein, Wut sogar, kann meinen Forschergeist anregen: Das will ich genauer wissen, das trübe Wasser aufklaren. Viele Texte rühren mich an. Mein Wunsch und mein Traum ist, dass Menschen zusammenkommen, weil sie begreifen, dass die Texte der Bibel mehr sind als leblose Buchstaben, dass sie Nahrung bereit halten, die man teilen kann, dass sie Gemeinschaft stiftet über Grenzen hinaus.

Ein Brunnen ist keine Wasserleitung, so wie wir es kennen. Die man aufdrehen kann. Zu kalt, zu warm, sprudelnd und immer verfügbar. Mühe ist mit einem Brunnen verbunden. Der Weg dorthin ist beschwerlich manchmal, das Heraufziehen des Eimers kostet Kraft. Er ist dunkel und nicht immer ist genug Wasser vorhanden. Doch er verbindet uns mit dem Grund der Erde, Grundsätzliches wirst Du finden, an das Tageslicht befördern, deinen Eimer tragen, vorsichtig, um nichts zu verschütten, du wirst teilen und leben.

„Denn bei Dir, Gott, ist die Quelle des Lebens und in deinem Lichte sehen wir das Licht!“

von Anja Stadtland